Interview mit Chris Herrmann & Sebastian Loether

 

Passend zum Auftritt unserer Ersten gegen St. Pauli IV veröffentlichen wir ausnahmsweise vorab schon mal das Interview aus der morgigen Falkenpost zum Spiel.

 

Falkenpost (FP):

Heute ein Doppel-Interview mit Chris Herrmann von unserer 2. und Sebastian Loether von unserer 1. Mannschaft. Erzählt uns doch erst mal, welche Funktion Ihr in Euren jeweiligen Teams habt?

 

Chris:

Ich bin im Sommer neu zu Falke zur zweiten Mannschaft gekommen und wurde im Rahmen des Trainingslagers in Malente dann auch gleich zum Kapitän gewählt – obwohl ich das zuerst gar nicht so recht wollte, gleich so viel Verantwortung zu übernehmen. Inzwischen aber bin ich in der Rolle voll angekommen und es macht sehr viel Spaß. Ach ja, auf dem Feld spiele ich als Innenverteidiger.

 

Sebastian:

Ich wollte eigentlich nach meiner letzten Station als Spieler beim TSV Wedel mit dem aktiven Fußballspielen aufhören, hab mich dann aber von Helle (Trainer der Ersten) und Christopher Dobirr zur Falke “überreden“ lassen. Bin im Winter 2015 / 16 hier hergekommen und spiele auf den verschiedenen Positionen in der Verteidigung.

 

FP:

Chris, wie kamst Du zu Falke?

 

Chris:

Über “Himham” (Dennis Himburg, Trainer der Zweiten). Der Hat mich so lange “bequatscht“, bis ich mir das dann ein paar Mal bei der Ersten angeschaut habe. Die Stimmung und das Ganze drum herum haben mich dann überzeugt und ich bin dann zu dieser Saison von St.Pauli III zu Falke gewechselt.

 

FP:

St.Pauli ist ein gutes Stichwort. Am 08.10.16 steigt ja im Rudi-Barth-Stadion das Spiel unserer Ersten gegen St.Pauli IV. Ihr habt ja beide – wenn ich richtig informiert bin – eine mehr oder weniger ausgeprägte St. Pauli-Vergangenheit. Mit welchen Gefühlen blickt Ihr auf das Spiel?

 

Sebastian:

Das wir für mich, als eingefleischten St.Pauli-Fan definitiv etwas ganz besonderes. Ich habe bis zu B-Jugend bei St.Pauli gespielt und gehe immer noch regelmäßig ins Stadion. Auch meine Junge ist großer St.Pauli-Fan und wird zu dem Spiel in voller Montur kommen.

 

Chris:

Ich bin bei dem Spiel jetzt nicht mit so großen Emotionen dabei, da es ja das Spiel der Ersten ist. Für mich wäre es deutlich spannender, wenn wir irgendwann mal gegen die Dritte von St.Pauli, meine alte Mannschaft, spielen würden. Ich habe zwar lange für St.Pauli gespielt, bin aber – im Gegensatz zu Sebastian – kein richtiger St.Pauli-Fan.

 

Sebastian:

Für mich ist das Spiel das erste richtige Derby von Falke. Das ist als Spieler immer etwas Besonderes.

 

Chris:

Die Zweite hatte ja auch schon ihr Derby gegen St.Pauli VII, welches wir auswärts 2:0 gewonnen haben.

 

FP:

Ist das Spiel auch für die Mannschaft und das Umfeld aus Eurer Sicht etwas Besonderes?

 

Sebastian:

Die Mannschaft ist heiß!!!

 

Chris:

Das hat man bei der Zweiten gegen St.Pauli VII auch schon gesehen! Da wurden wir vor dem Spiel von unserem Trainer auch so richtig heiß gemacht!

 

Sebastian:

Für mich ist dabei aber auch wichtig, dass es im Umfeld ruhig bleibt. Das wir Falken, auf dem Platz und auf den Rängen, immer fair bleiben.

Ansonsten bin ich bei dem Spiel für 90 Minuten zu 100% ein Falke mit ganzem Herzen. Da ruht meine Liebe zu St. Pauli dann mal komplett.

 

FP:

So soll es sein!

Erzählt doch mal von Euren fußballerischen Werdegängen.

 

Chris:

Ich hab meine fußballerische Jugend seit 1995 beim Niendorfer TSV verbracht und dort bis zu A-Jugend gespielt. Dann wollte ich dort in die 1. Herren, ins Oberliga-Team kommen. Davon war allerdings der damalige Trainer nicht überzeugt. Daraufhin bin ich dann 2007 zum SV Rugenbergen in die damalige Verbandsliga gewechselt. Dort hab ich bis 2010 gespielt und bin dann für ein Jahr ins Ausland nach England gegangen, wo ich für den Seaford Town FC gespielt habe. 2011 kam ich dann zu St.Pauli III, wo ich bis zum Wechsel zu Falke in der Bezirksliga gespielt habe. Ab und zu hab ich da sogar in der Zweiten von St.Pauli ausgeholfen.

 

Sebastian:

Ich habe mein Jugend im Fußball beim FC St.Pauli verbracht; bin dort am 16.10.1992 eingetreten mit der Mitgliedsnummer 972.

Dort habe ich dann bis 1997, bis zur B-Jugend gespielt. Übrigens überwiegend als Torwart. 1997 ging ich dann zum SC Concordia, wo ich noch ein Jahr in der B-Jugend-Regionalliga gespielt habe, um dann 1998 zum SC Vorwärts Wacker 04 zu wechseln. Danach hab ich 2 Jahre mit dem Fußball pausiert und bin dann 2002 zum SC Union 03 gekommen. Hab dort in der Landesliga (LL) Hammonia zunächst im Tor und dann auch wieder im Feld gespielt – u.a. mit solchen Leuten wie Christian Kampe, Jürgen Gronau und Thomas Gleixner.

2004 kam ich dann zum Vfl Hammonia in die Bezirksliga (BL) Süd, hab dann ab 2008 für SC Sperber in der BL Nord gespielt und dort auch den Aufstieg in die LL geschafft. Ab 2010 waren dann meine weiteren Stationen Hansa 11, TuS Hamburg und der TSV Wedel, von wo ich dann ja im Winter 15 / 16 zu Falke kam.

 

FP:

Was bedeutet Falke für Euch?

 

Sebastian:

Definitiv Herzblut und unglaubliche Leidenschaft. Vor allem auch von den Fans, die teilweise ja von sonst wo aus Deutschland zu den Spielen anreisen!

 

Chris:

Ich habe mich immer, egal wo ich gespielt habe, für den Verein eingesetzt. Das ist bei Falke auf jeden Fall noch mal ein zwei Stufen mehr!!

Wenn man alleine sieht, was bei Falke alles dahinter steckt – die Fans, die Betreuer, das Präsidium – dann muss man als Spieler froh sein, für den HFC Falke spielen zu dürfen.

 

Sebastian:

Genau! Wer das nicht verinnerlicht hat, der ist falsch bei Falke. Da würde ich lieber auf talentierte Spieler an meiner Seite verzichten, die sich dafür aber für Falke zerreißen!

 

FP:

Was sind Eure Ziele mit dem HFC Falke?

 

Sebastian:

Ich will als Spieler mit dem HFC Falke noch den Aufstieg in die Landesliga miterleben.

 

Chris:

Ich will mit der Zweiten so weit wie möglich kommen und jedes Jahr aufsteigen.

 

Sebastian:

Ich wünsche Falke auf jeden Fall mittelfristig den Aufstieg in die Oberliga. Das ist mir ganz wichtig für die Fans, für das ganze Umfeld. Auch wenn ich das als Spieler wohl nicht mehr erleben werde.

 

Chris:

Und ich will mithelfen, die Jungen Spieler in der Zweiten zu fördern und zu entwickeln. Als verlängerter Arm von Himham dafür sorgen, dass alle immer voll mitziehen.

 

Sebastian:

Falke ist etwas ganz besonderes. Da müssen wir als Spieler schauen, dass wir auf dem Platz immer etwas zurückgeben.

 

Chris:
Das sehe ich genauso!

 

FP:

Das hört man doch gerne.

Wie sieht es denn privat und beruflich bei Euch aus?

 

Sebastian:

Ich habe Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen gelernt und arbeite als kaufmännischer Angestellter.

Privat bin ich in festen Händen; bin verlobt. Wir haben einen 5-jährigen Jungen, der großer St.Pauli-Fan ist. Und ich werde bald zum zweiten Mal Vater! Stichtag ist der 31.10.16 und es wird wieder ein Junge.

 

Chris:

Ich mache gerade eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und bin zurzeit solo.

 

Sebastian:

Vielleicht können wir hier ja einen Aufruf für Dich starten? (lacht)

 

FP:

Das wird schon laufen…

Zu guter Letzt – habt Ihr noch ein paar Worte an die gesamte Falke-Szene?

 

Chris:
Es sollen alle so bleiben, wie sie sind.

 

Sebastian:

Ja, vor allem immer tolerant sein und nie vergessen, wo man her kommt!

 

FP:

Ein schönes Schlusswort!

Vielen Dank für das Interview.

 

Maddin