„Mit den Trainingsbedingungen steht und fällt alles!“

 

Nachfolgend ein Interview aus der aktuellen Falkenpost (Nr. 46): 

Er ist der Mann in der Abwehr und gehört zu den “alten Hasen” in unserer Viererkette – Onno Lorenzen. Wir haben mal nachgefragt, wie unsere Abwehrkante den Verein, die Saison und das Drumherum so sieht.

 

Falkenpost (FP): Onno, du bist jetzt drei Jahre bei Falke. Wie bewertest du die Entwicklung? Was ist besonders positiv, was aber vielleicht nicht ganz so positiv?

 

Onno Lorenzen (OL): Ich finde das Engagement im Verein phänomenal, wir haben einen eigene Cider- und einen Merchstand. Das stellvertretend dafür wie Menschen sich einbringen. Das heißt ja auch, dass unsere Mitglieder sehr gerne Zeit miteinander verbringen. Der Verein wird wirklich gelebt. Ähnlich ist es im sportlichen Bereich, es war ja nicht unbedingt zu erwarten, dass man innerhalb von drei Jahren zweimal aufsteigt. Es hat sich innerhalb kürzester Zeit eine richtig gute Truppe zusammen gefunden und daraus sind auch bereits Freundschaften entstanden. Wenn man versucht, Leuten den Verein näher zu bringen, ist das echt ein Faustpfand. Sicherlich ist es geil vor 200-300 Leute zu spielen, aber es ist macht mit dieser Truppe einfach Spaß. Es macht mir mega viel Spaß in diesem Verein zu sein und ich habe das Gefühl, dass der Verein auf gesunden und vernünftigen Beinen steht. Profifußball ist sicherlich nochmal einen andere Sache, aber ich glaube, dass sich Falke von diesem ganzen Treiben im Hamburger Amateurfußball loslösen kann und das Ganze getragen von Werten und Idealen. Falke stellt einen anderen Standpunkt dar.

 

FP:  Ich finde es ganz interessant, dass du als Spieler sagst, dass das Treiben drumherum super schön ist, aber du auch herausstellt, dass du gerne in der Truppe spielst. Denn wenn das nicht stimmt, hat man ja auch keine große Lust zum Training zu gehen. Jetzt haben wir es hier 21.54 Uhr,  stehen am Steinwiesenweg und es ist fast stockduster – ist das dann bei allem Positiven vielleicht die Schattenseite? Wie fühlt man sich, wenn man weiß, dass man zum Training kommt und einen schlecht ausgeleuchteten Platz vorfindet? Den Untergrund lassen wir mal kurz außen vor.

 

OL: Zuerst einmal muss man sagen, wir befinden uns hier am Steinwiesenweg im Trainingsbetrieb und der Trainingsbetrieb soll dafür da sein, sich auf den Spielbetrieb vorzubereiten. Um das machen zu können, braucht man im Fußball eigentlich nicht viel: Ball sowie Spieler und dann passt das schon. Wenn man das allerdings ein bisschen intensiver und besser betreiben will, braucht man auch vernünftiges Licht und es mag banal klingen, ohne Licht kann man auch kein Fußball spielen. Den harten Gang haben wir machen müssen. Der Grandplatz ist ein zur Hälfte ausgeleuchteter Platz und es macht dann auch einfach keinen Spaß. Da kann man sicher sagen: „Stell dich nicht an!” Aber es hat halt auch keinen sportlichen Mehrwert und man muss ganz klar sagen, dass es hier Bedingungen sind unter denen es nicht möglich ist, leistungsorientiert zu trainieren und dementsprechenden auch Fußball zu spielen. Meiner Meinung hat sich das auch in vielen Spielen in der Hinrunden wieder gespielt.

 

FP: Der ausgeleuchtete Platz ist ja nun das eine Thema, der Untergrund die andere Herausforderung. Natürlich wissen wir auch beim HFC Falke, dass der Kunstrasen nicht vom Himmel fallen wird, aber wie wichtig ist es aus einem spielerischen Aspekt heraus einen vernünftigen Untergrund zum Trainieren zu haben?  Sei es nun Rasen oder Kunstrasen.

 

OL: Ähnlich elementar wie Licht ist auch ein Untergrund auf dem man Fußball spielen kann, natürlich geht es auch auf Grand. Wir haben ja bereits zwei Jahre auf Grand am Sportplatzring trainiert. Aber es stellt sich dann die Frage, wo man sportlich hinwill und es ist einfach ein Unterschied, ob man auf Grand, Kunstrasen oder Rasen trainiert. Fußball ist Sport bei dem die Fitness eine große Rolle spielt und auf dem Grand ist die Intensität eine andere, der Ball ist nicht lange im Spiel und das Tempo ist einfach anders. Im Fußball wird viel von Mechanismen gesprochen, die trainieren wir dann auf Grand, müssen diese aber am Wochenende auf einem anderen Untergrund darbieten. Und abgesehen davon bringt das Training auf Grand weniger Spass. Klar kann man da Abstriche machen, aber je mehr Spaß man hat, desto motivierter ist man am Ende ja wieder.

 

FP: Abschließende Frage – nächstes Jahr spielen wir wieder Bezirksliga Nord – vielfach auf Kunstrasen und Rasen. Die Mannschaften trainieren vielfach auf Kunstrasen und wenn man mal ehrlich ist, haben wir dadurch schon mal einen ganz andere Vorbedingung. Sind das Gedankengänge die bei dir bzw. auch anderen Spielern vorhanden sind?

 

OL:Ja klar, gerade nach der Hinrunde. Gerade bei Niederlagen stellt man ja Dinge anders in Frage als wenn es läuft. Und ein Faktor für die unrunde Hinrunde sind einfach die miserablen Trainingsbedingungen in der Kombination von Licht und Untergrund! Entsprechend kann man schon auch von einem Wettbewerbsnachteil reden. Denn wie gesagt, der Spielfluss und die angesprochenen Mechanismen lassen sich hier einfach nicht simulieren.  Weswegen das auch für die Ausrichtung des Vereins und Akquirierung von neuen Spielern ein eminent wichtiger Punkt ist, den Verein in Bezug auf die Trainingsbedingungen vernünftig und sportlich orient aufzustellen. 

 

FP: Das heißt, du wünscht dir für die kommenden Saison in erster Linie vernünftige Bedingungen?

 

OL: Damit steht und fällt meiner Meinung nach alles! Der Spaß mit dem die Spieler zum Training hinkommen und die Fitness die aus dem Training hervorgeht sind für mich elementare Bestandteile, um Ziele umsetzen zu können.

 

FP: Onno, vielen Dank für deine offenen und ehrliche Worte. Wir arbeiten dran!

 

(td)