Danny Dwenger, Beisitzer

 

Rückblick auf knapp 3,5 Jahre Falke und meine Zeit im Präsidium

 

In einem Monat werde ich, da ich diese Zeilen am 25. Oktober schreibe, aus dem Präsidium ausscheiden. Zeit für einen Rückblick – nicht nur, weil wir uns dies selber als Aufgabe auferlegt haben, sondern auch Zeit um die Jahre zu reflektieren. Es ist nämlich unfassbar viel passiert in den letzten 41 Monaten.

 

Aber der Reihe nach – drehen wir die Zeit ins Frühjahr 2014 zurück. Mit dem Wissen, dass der Fußball und mein Verein wie ich ihn bis dato gelebt hatte, nicht mehr existieren würde, stellte sich die allseits umfassende Frage – „und was kommt danach?“ Wilde Ideen, gar abstraktes Denken hin zu, ob mein Leben komplett ohne Fußball denkbar wäre…

 

Soweit sollte es nicht kommen, denn die Liebe zum Fußball war stärker und schnell war klar, es muss etwas Anderes her, etwas vollkommen Neues. Zudem hatte es mir der Amateurfußball in den Wochen zuvor angetan. Umso leichter viel es sich dann in die Arbeit zu stürzen und bei „Falke 14“, so der interne Name bevor es überhaupt zu einer Namensfindung sowie Gründung gekommen war, loszulegen.

 

Mitstreiter finden und begeistern, die Namensfindung vorantreiben, eine Satzung basteln waren nur die vordergründigsten Themen, ehe der Hamburger Fußball-Club Falke e.V. offiziell gegründet und ins Vereinsregister eingetragen wurde. Schließlich ging es nach den Anfangswochen darum den Grundstein für eine sportliche Basis zu legen. Ich entschloss mich zur Kandidatur zum Beisitzer, um mich aktiv ins Geschehen mischen zu können, und saß seit September 2014 im Präsidium.

 

Schnell kristallisierte sich der sportliche Bereich, bzw. alles rund um den Spielbetrieb, als ein Hauptaugenmerk heraus. Ein Trainerteam sowie eine angemessene Spiel- und Trainingsstätte zu finden, jeweils in enger Zusammenarbeit mit unserem Obmann Nils sowie dem „AK Spielstätte“, sind im Rückblick die markantesten Aufgaben des ersten Jahres, welches noch komplett ohne eigenen Spielbetrieb auskommen musste. Zeit genug Dinge zu planen, aber auch das Vereinsleben mit diversen und regelmäßigen Stammtischen lebendig zu gestalten.

 

Das erste Spiel der Vereinsgeschichte in Wedel (incl. Anflug per Fähre) war nicht nur ein geschichtsträchtiger, sondern auch ergreifender Moment, gefolgt von vielen Erfolgserlebnissen in der Saison 2015/16. Meisterschaft Nummer eins wurde souverän eingefahren und sämtliche Falken schwebten auf der Euphoriewelle.

 

Da bekanntlich nichts so alt ist, wie der Erfolg von gestern, war es auch für den HFC Falke wichtig und entscheidend eine Entwicklung zu nehmen. Hier sind nicht Siege oder Titel gemeint, sondern vielmehr die langfristige Gestaltung eines derartigen von Fans gegründeten Vereins. Mit dem Bewusstsein sich selber einbringen zu müssen, Dinge nicht nur aktiv mitgestalten zu wollen, sondern auch andere Einflüsse und Gedanken an sich heranzulassen, eine Diskussions- und Vereinskultur zu entwickeln, entstand leider bei manchen Mitgliedern (auch der ersten Stunde) eine Entfremdung.

 

Woran es im Einzelnen gelegen hat, dass wir nicht alle Falken mitnehmen konnten, vermag ich nicht zu beurteilen. Sicherlich sind in den vergangenen Jahren auch im Präsidium Fehler gemacht worden, aber das ist bei dieser Fülle an Aufgaben und dem Neuland in dem wir uns bewegten, nicht allzu verwunderlich. Aber hey, was heißt eigentlich „alle mitnehmen“? Ist dies wirklich ein Hauptaugenmerk des Präsidiums? Ich denke nein und verweise auf eine gewisse „Holschuld“ jedes interessierten Mitglieds.

 

Kurz den Gedankengang zurück zur Vereinskultur geschaltet. Wir reden, bzw singen, nicht nur, dass wir „ein Verein sind“, sondern versuchen dies auch in unserem Vereinsalltag einfließen zu lassen. Eben keinen Unterschied zwischen einem sporttreibenden oder fördernden Mitglied zu machen, sondern das sich beide Seiten bestmöglich ergänzen. Bedauerlicherweise musste ich im Frühjahr 2017 feststellen, das ein Teil der Mitgliedschaft die Dinge rund um die Aufwandsentschädigung anders aufgefasst hat als das Präsidium und die Sportliche Leitung. In der Nachbetrachtung dieser Zeit muss ich für mich einfach feststellen, dass mancher nicht im Amateurfußball angekommen ist. Das mag schade sein, ist aber nicht zu ändern.

 

Bevor diese Zeilen beginnen zu negativ zu wirken, die klare Aussage welch eine Freude mir dieser Verein und die Menschen, die ihn gestalten, in den knapp 3,5 Jahren gemacht haben. Sportlich ist eine sehr erfolgreiche Saison 2016/17 mit der Doppelmeisterschaft von „Erster“ und „Zwoten“ zu genießen. Feiern kann der Falke jedenfalls! Als einen absolut herausragenden Tag in meinem Leben ist hierbei sicherlich der 20. Mai 2017 zu nennen. Nicht nur der Sieg zum Aufstieg als solches, sondern die gesamte Konstellation mit (An-)Spannung sowie Ambiente in einer absoluten Traditionsspielstätte machten diesen Tag in Kombination einer mehr als würdigen Meisterfeier legendär!

 

Neben Spiel & Spaß gab es aber auch manchmal unfassbar harte und arbeitsreiche Phasen. Der an den Tag gelegte Eifer wäre ohne diese unfassbare Leidenschaft für den Fußball nicht möglich gewesen, hat mich geprägt und sicherlich meinen weiteren Lebensweg beeinflusst. Verantwortung zu übernehmen ist nicht immer leicht, aber wie heißt es so schön: Man wächst an seinen Aufgaben. Und diese haben mir sehr viel Freude bereitet. Was sich auch an zusätzlichen Bereichen wiederspiegelt, wie dem Stadionheft, Spielberichten und Statistiken, die allesamt nicht zwangsläufig etwas mit meinem Amt zu tun haben, aber in meinen Augen den Fußball liebenswerter machen.

 

Ein gewisser Lerneffekt setzt automatisch im Laufe der Zeit ein, wenn man mit unterschiedlichsten Aufgaben und  Facetten konfrontiert wird. Heute habe ich manchmal ein Schmunzeln auf den Lippen, wenn ich daran denke, wie wir in der Anfangszeit an manche Situation rangegangen sind. Und trotzdem ist es manchmal die unbedarfte Art, die uns voranbringt, Dinge anders, vielleicht auch mutiger, anzupacken.

 

Meine nun langsam zu Ende gehende Amtszeit lässt mich abschließend noch ein paar Worte an meine Präsidiumskollegen richten. Es war nicht nur ein freundschaftliches Verhältnis untereinander, sondern gab auch manches Mal die notwendigen Streitgespräche. Teils kontrovers, allerdings ausnahmslos fair, um in der Sache voran zu kommen. Danke hierfür! Zudem hoffe ich, dass es nicht nur mein Eindruck ist, sondern wir es tatsächlich geschafft haben, nach außen immer geschlossen zu wirken. Auch zukünftig klare Ziele zu verfolgen und sich dabei nicht untreu zu werden, wünsche ich dem künftigen Präsidium, mit dem ich dann in anderer Funktion, als „Koordinator Fußball“, eng zusammenarbeiten möchte.

 

Dankbar rückwärts – mutig vorwärts

Danny Dwenger

 

Partner des HFC Falke e.V.: