Pressespiegel: Hamburger Morgenpost vom 13.07.2014

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So läuft das beim HFC Falke

 

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Boykott der HSV-Ultras – So läuft das beim HFC Falke

Nach der Profi-Ausgliederung haben Fans einen eigenen Klub gegründet. Jarchow glaubt nicht an einen Stimmungsabfall

Heute wird der HFC Falke e.V. offiziell. Um 11.30 Uhr treffen sich etwa 400 Anhänger zur Gründerversammlung im Fachbereich Chemie der Uni Hamburg. Die Gründungsidee entstand aus Frust – und einem Boykott gegenüber der Profi-Ausgliederung beim HSV.

„Ich habe schon eine riesige Vorfreude auf diesen Verein”, sagt Initiator Philipp Markhardt der MOPO. „Mit so viel Resonanz haben wir nicht gerechnet. Das ist einfach eine geile Nummer.” Mit dem HFC Falke schaffen die Gründer eine Alternative zum HSV. Denn nach der Ausgliederung der Profiabteilung und diversen Zwischenfällen zwischen Verein und Anhängern der Ultra-Szene wollten die Initiatoren einen Klub gründen, der als neue „emotionale Heimat” dienen wird.

„Der Verein ist etwas Positives und keine Anti-HSV-Propagan-da”, sagt Markhardt, der für den Gründungstermin einen Gastredner des FC United of Manchester organisiert hat – ein englischer Klub , entstanden aus gleichen Beweggründen wie der HFC Falke. Markhardt mit einem Augenzwinkern: „Auf lange Sicht wollen wir auch international spielen und streben daher eine Kooperation mit Manchester an.”

Der Verein beginnt seinen Spielbetrieb allerdings erst ab der Saison 2015/16 – noch fehlen Spieler und Spielfläche. Dies soll sich zeitnah ändern, damit es in der Kreisklasse bald zur Sache gehen kann. Gewünscht ist ein Sportplatz westlich der Alster, in Tradition der damaligen Gründervereine des HSV: Hamburger FC 88, FC Falke 06 und SC Germania 1887.

Dass sich viele Ultras vom HSV abgewandt haben und lieber einen eigenen Verein gründen, hat man auch im Volkspark registriert. Carl Jarchow, Präsident des (Rest-)Vereins, soll sich laut HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer um „einen Brückenschlag” zwischen Befürwortern und Gegnern der Ausgliederung kümmern. „Ich werde in den kommenden Wochen Gespräche mit Vertretern aller Fan-Gruppierungen führen”, sagt Jarchow der MOPO. Dabei handelt es sich um den „Ständigen Arbeitskreis Fandialog”, dem die Ultra-Gruppierung „Chosen Few” nicht mehr angehört. Jarchow: „Man kann niemanden dazu zwingen.”

An einen Stimmungsabfall im Stadion glaubt er derweil nicht. „Ich bin fest überzeugt, dass die Fans den HSV weiter unterstützen. Wir haben bereits 80 Prozent der Karten im Block 22C verkauft. Nicht alle Ultras sind Gegner der Ausgliederung.” Die künftige Kommunikation mit den Anhängern soll in enger Abstimmung mit den Fanbetreuern begleitet werden.