Heimstätte HFC Falke

 

Die Frage nach dem Stadion war für uns in der Gründungsphase des HFC Falke einer der wichtigsten und am dringendsten zu klärenden Punkte. Vordergründig bestand zunächst einmal die ganz banale Notwendigkeit, eine Spielstätte für die Durchführung des Spielbetriebs zu organisieren. Das war aber nicht alles.  Denn bei eben dieser Spielstätte ging es vor allem auch darum, für die Mitglieder und Anhänger des HFC Falke auch außerhalb der Spieltage einen Treffpunkt zu finden. Einen Ort des geselligen Beisammenseins, zum Schnacken, Biertrinken und Feiern – kurzum eine echte Heimat. 

 

Natürlich hätten wir auch den „normalen“ Weg gehen und uns nach der Anmeldung vom zuständigen Bezirksamt einen Platz zuweisen lassen können. Aber gerade bei einem neu gegründeten Verein wie uns hätte das Ganze dann auch auf einem recht trostlosen Grandacker ohne jeglichen Ausbau und Flair am Stadtrand enden können. Daher nahmen einige Vereinsmitglieder die Geschicke lieber in ihre eigenen Hände und gründeten den Arbeitskreis „Spielstätte und Spielbetrieb“.

 

Um die Suche etwas zu strukturieren wurden dort zunächst die Wunschkriterien skizziert:

 

  • Rasenplatz
  • Ausreichende Zuschauerkapazität
  • Eine Anlage mit Charme
  • Vereinsheim auf der Anlage
  • Sehr gute ÖPNV-Anbindung
  • zentrale Lage

 

Glücklicherweise entstammten einige Arbeitskreismitglieder der Hamburger Amateurhopperszene und verfügten daher über profunde Kenntnisse der lokalen Sportanlagen und Stadien. Aufgrund der ziemlich hoch gesteckten Anforderungen war natürlich schnell klar, dass sich die Zahl der in Frage kommenden Plätze auf einen ziemlich kleinen Kreis beschränken würde. Diese Anlagen wurden dann alle einzeln abgefahren und der aktuelle Zustand anhand der oben genannten Kriterien noch einmal unter die Lupe genommen. Einige der Anlagen waren mittlerweile leider zu Kunstrasenplätzen umgebaut und aus ästhetischer Sicht geradezu verschandelt worden, bei anderen stand die Überbelegung mit anderen Mannschaften im Wege. Wie es der Zufall so wollte liefen wir dann ausgerechnet bei Union 03 in Altona-Nord gleich dem Platzwart in die Arme und konnten unser Anliegen äußern, ohne dass uns sofort die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. Ausgerechnet deshalb, weil der Rudi-Barth-Sportplatz in der Waidmannstraße von Anfang an unser Geheimfavorit war. Nach einem kurzen Gespräch vor Ort konnten wir zumindest schon einmal in Erfahrung bringen, dass Union 03 den Platz grundsätzlich auch an Dritte vermieten würde. Am Tag darauf wurde daher bereits Kontakt mit dem Präsidium aufgenommen und nach einem ersten Kennenlernen im Clubheim war klar, dass die Chemie auf zwischenmenschlicher Ebene stimmte. Nachdem auch die finanziellen und organisatorischen Punkte geklärt werden konnten, trafen sich beide Präsidien schließlich im Januar 2015, um den Mietvertrag für die Saison 2015/16 zu unterzeichnen.

 

Warum aber nun Geld für etwas bezahlen, was man an anderer Stelle eventuell auch umsonst oder etwas günstiger hätte bekommen können? Diese Frage lässt sich relativ schnell damit beantworten, dass der Platz bei Union für uns die bestmögliche Wahl war und ausnahmslos alle der gewünschten Anforderungen erfüllt.

 

Zunächst einmal ist die Anlage in Altona-Nord und damit noch relativ zentral gelegen. Der S-Bahnhof Diebsteich ist lediglich fünf Minuten zu Fuß entfernt, so dass man den Rudi-Barth-Sportplatz aus dem gesamten Stadtgebiet aber auch bei Anreise aus dem Umland schnell und bequem auf dem Schienenweg erreichen kann.

 

Noch wichtiger ist allerdings, dass wir uns hier auf einer traditionsreichen Anlage befinden, die mit ihrem leicht morbiden aber dennoch gepflegten Charme das Herz eines jeden Fußballromantikers schneller schlagen lassen dürfte. Der etwas tiefer gelegte Rasenplatz wird an allen vier Seiten von zehn Stufen eingefasst, die der kesselartigen Anlage durchaus einen echten Stadioncharakter verleihen. Und wir sprechen hier nicht von sterilen Betonfertigteilen aus dem Hause Hellmich, sondern über zum Teil schon etwas windschiefe, mit Sand und Granulat verfüllte Oldschool-Stehplätze. Wer unbedingt sitzen möchte findet oben hinter dem Tor ein paar Sitzschalen oder nimmt auf einer der Bänke vor den direkt angrenzenden Barracken  Platz. Eine Überdachung sucht man hier allerdings vergeblich – die Waidmannstraße ist  „uncovered terracing only“.  Zarte Gemüter können das Spielgeschehen aber zur Not auch durch die großen Fensterscheiben des direkt oberhalb des Platzes befindlichen Clubheims verfolgen – wenn die dortigen Plätze nicht bereits durch die Mitglieder der Bierstand- und Tresenszene belegt sind. Das Clubheim bietet zudem genügend Platz für ausschweifende  Feierlichkeiten und wurde bei diversen Falkeparties und Stammtischen schon auf seine Praxistauglichkeit hin getestet. Eine Kegelbahn im Keller rundet das Gesamtbild ab. Bei schönem Wetter bietet sich vor und nach dem Spiel ein Platz auf der geräumigen Terrasse mit Grillstelle an.

 

Namensgeber der Anlage ist übrigens Rudi Barth. Der damals 16-jährige Barth wurde 1906 in den Vorstand des SC Union 03 gewählt und war über 50 Jahre für seinen Verein tätig. Einen würdigeren Namen kann es für diesen Ort daher wohl kaum geben.

 

Wir freuen uns auf jeden Fall darauf, hier nach den Spielen des HFC Falke bei guter Musik im gemeinsamen Kreis mit den Spielern noch das eine oder andere Getränk zu uns zu nehmen. Falkespiele dauern eben länger als 90 Minuten. Wahrscheinlich werden wir dann im leichten Brausebrand irgendwann auch wieder in den guten Zeiten schwelgen. Der Unterschied ist allerdings, dass der Blick dazu jetzt nicht mehr ausschließlich „dankbar rückwärts“ gehen muss, sondern endlich auch wieder „mutig vorwärts“ gerichtet werden kann. Das hier ist kein schöner Traum mehr und es ist auch keine verblassende Erinnerung. Es ist tatsächlich die Realität und sie bietet uns so vieles von dem, was wir lange vermisst hatten.

 

Um das endgültig zu begreifen und zu genießen reicht es schon, auf dem Weg nach Hause im Halbdunkel den Blick noch einmal über die Traversen schweifen zu lassen, sich vielleicht sogar noch einmal auf „seinen“ Platz zu setzen, die Stille zu genießen und die Atmosphäre einzusaugen. Wir hatten es fast schon vergessen – Fußball kann so schön sein!

 

Wir sind endlich wieder zu Hause angekommen.

 

 

 

Partner des HFC Falke e.V.: