Wem gehört der (Amateur-)Fußball?

 

Am Freitag den 24.05.2019 ging es in Berlin nicht weniger als um das große Ganze. Alina Schwerner von der taz hatte zur Podiumsdiskussion “Wem gehört der (Amateur-) Fußball” eingeladen. Mit dabei waren Stefan Hermanns (Tagesspiegel und TeBe Fan), Gerd Thomas (FC Internationale Berlin / Aufsichtsrat FC Babelsberg), Steffen Friede (ehem. Geschäftsführer von TeBe Berlin) und ich.

 

Es ging natürlich viel um den Berliner Amateurfußball, welcher derzeit sehr stark von Mäzenen oder Investoren getrieben wird. Die Situation bei Tennis Borussia Berlin ist so zugespitzt, dass die aktive Fanszene in der letzten Saison nicht mehr zu den Spielen der ersten Herren gegangen ist, sondern zu verschiedenen Verein in Berlin. Ebenfalls fand am Samstag parallel zum Landespokalfinale ein alternatives Fußballspiel statt. Der Clou dabei: Die erste Herren spielt im Finale des Pokals. Das zeigt, wie prekär die Situation gerade ist.

 

Neben diesem Thema ging es generell um den Status des Amateurfußball in Berlin: Wie kann man sich behaupten, ohne dass man am Rattenrennen teilnimmt? Welche Erwartungen haben die Vertreter von den Verbänden und vom DFB. Natürlich war auch die Frage, wohin sich der Amateurfußball entwickeln wird. Der FC Internationale zum Beispiel hat keine Sponsoren (sie laufen mit einem No Racism Flock auf der Brust auf) und zahlt den Spielern keinerlei Gehälter oder Aufwandsentschädigungen. Die 1. Herren Spielt in der Staffel 1 der Landesliga Berlin, also durchaus leistungsbezogen. Das kann eine Alternative im Amateurfußball sein. Wie aber auch in Hamburg so findet in Berlin im Amateurfußball ein Wettrennen statt: Selbst kleinere Vereine rüsten finanziell auf, um in Berlin dritte Kraft zu werden. Ähnliches erkennen wir ja auch in Hamburg.

 

Die Wortbeiträge von mir beinhalteten vor allem den Appell, zu den Mitgliederversammlungen zu gehen, sich im Verband zu zeigen und mit den Vertretern zu diskutieren. Denn meiner Meinung nach ist der Amateurfußball die einzige Alternative,  eben nicht der durch Erfolgsdruck getriebene Amateurfußball, sonder der Fußball, der vereint, der eine Gemeinschaft dazu bringt, für andere mehr zu tun. Ein Amateurfußball, der in der Gemeinde, im Stadtteil, im Bezirk seine soziale Verantwortung übernimmt.

 

In den Gesprächen nach der Podiumsdiskussion konnte ich viele Fragen zu unserem Vorgehen beantworten und einige der Teilnehmer sicherten mir zu, dass sie uns mal besuchen kommen wollen. Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Wir haben nun Kontakt zu Vereinen in Berlin, die ähnlich wie wir ticken und man kann sich zum einen austauschen und zum anderen gemeinsam Aktionen in Angriff nehmen.

 

Für das Präsidium,

Florian